Selbstverteidigung in Reutlingen

Krav Maga

Krav Maga kann aus dem Hebräischen einfach übersetzt werden als Nahkampf oder auch Kontaktkampf. Bei Krav Maga handelt es sich demnach um ein schnell zu erlernendes und leicht anzuwendendes taktisches Selbstverteidigungssystem. Anstelle der Vermittlung einer Vielzahl komplizierter Techniken stellt Krav Maga dabei einfache, universelle Prinzipien in den Mittelpunkt.

Prinzipien

  • Die Verteidigung muss auf den natürlichen menschlichen Instinkten
 und Verhaltensweisen aufbauen
  • Die Verteidigung muss unmittelbar gegen die jeweils akute Gefahr 
 wirken
  • Jede Verteidigung muss zugleich Gegenangriff sein
  • Techniken und Bewegungen müssen sich ergänzen
  • Alle Techniken müssen für jeden Menschen leicht erlernbar sein
  • Eine Verteidigung muss auch unter ungünstigen Umständen funktionieren
  • Alle Lösungen müssen auf unter Stress funktionieren
  • Das System muss laufend aktualisiert werden

Die Orientierung an derartigen Prinzipien erlaubt eine flexible Gestaltung des Trainings und Auswahl der Techniken. Tatsächlich kann auf diese Weise jedermann sein eigenes, persönliches Krav Maga erhalten. Hier offenbart sich eine weitere Besonderheit des Krav Maga. Im Fokus steht immer der Trainierende, also der Mensch, und nicht das System.

Kein Kampfsport

Trotz vieler Aufklärungsmassnahmen wird Krav Maga immer noch häufig fälschlicherweise der Kategorie Kampfkunst oder Kampfsport zugeordnet. Krav Maga ist jedoch alles andere als das. Bei genauer Betrachtung ist es von seinen Ansätzen und Zielen her sogar ziemlich genau das Gegenteil.
Klassische Kampfkünste sind vom System her eher starr und dogmatisch. Sie konzentrieren sich auf die Aufrechterhaltung von Traditionen und die Weitergabe von Techniken, die von alten Meistern entsonnen und vererbt wurden. Oft wird viel Wert auf elegante und präzise Bewegungen und Details gelegt.

Krav Maga hat eine ganz andere Grundlage. Es ist ein flexibles und offenes System. Es wächst und verändert sich ständig und schöpft seine Flexibilität aus den Erfahrungen, die tagtäglich weltweit im zivilen, polizeilichen und militärischen Bereich gewonnen werden. Für aktuelle Bedrohungsformen werden Lösungsansätze unmittelbar entwickelt. Anstelle von komplizierten Techniken werden einfache Prinzipien und Taktiken vermittelt.

Der Kampfsport hingegen hat sich zumeist aus den traditionellen Kampfkünsten entwickelt. Um die Sportler zu schützen, wurden dabei Techniken entfernt oder durch Abwandlungen entschärft. Durch Hinzufügung von allseits anerkannten Regeln wurden weitere Limits gesetzt. Je nach Sportart sind z.B. Techniken gegen die Augen und Genitalien, das Beissen oder sogar das Schlagen und Treten, sowie der Einsatz von Waffen verboten. Selbst so genannte Mixed Martial Arts oder Ultimate Fighters kämpfen letztlich in einer kontrollierten Umgebung mit limitierten Möglichkeiten.

Krav Maga geht den entgegengesetzten Weg. Im Bewusstsein darüber, dass es bei realen Bedrohungslagen keine Regeln gibt, und dass der Angreifer zumeist bedingungslos entschlossen ist, seine Tat umzusetzen, wird grundsätzlich ohne (mentale) Limits trainiert. Dies schliesst die erforderliche Sicherheit im Training nicht aus. Im Gegenteil: Die besondere Didaktik des Krav Maga erlaubt den kontrollierten Umgang mit Ängsten und Gefahren und die selbstbestimmte Dosierung der eigenen Handlungen. Die Möglichkeiten des Anwenders werden dadurch erweitert und nicht eingeschränkt.

Bei Krav Maga geht es niemals um Schönheit, Perfektion oder Fairness. Es geht um realistische Lösungen für gewalttätige Konfrontationen. Ein echter Kravist hat kein Interesse daran, sich selbst, seinem Gegner oder einem etwaigen Zuschauer zu beweisen, dass er eine bestimmte Technik bravourös beherrscht. Auch ist ihm nicht an einem sportlichen Vergleich gelegen. Er hat nur ein Ziel: Sich und die, die er liebt, sicher nach Hause zu bringen.

Krav Maga reagiert deshalb mit aggressiver Verteidigung auf unberechtigte gewalttätige Angriffe und verfolgt die Absicht, den oder die Angreifer schnellstmöglich zu neutralisieren. Darüber hinaus wird beim Trainierenden eine Nichtaufgeber-Mentalität erzeugt. Denn Aufgeben wird katastrophale Folgen haben.